Museums-Geschichte

Am Anfang gab es einen Handwerksmeister, der sein gesamtes Berufsleben Bürotechnik verkaufte, wartete und reparierte. Er war als selbstständiger Büromaschinen-Techniker in Leipzig, Delitzsch und dem Umland tätig, brachte es bis zum Obermeister der Büromaschinenmechaniker-Innung und "rettete" sein Unternehmen sogar über die Wende - sein Name: Ludwig Albert Kaufmann, seinen Freunden besser bekannt als Lutz Kaufmann.


Im Laufe der Zeit sammelten sich bei ihm eine Menge Technik und Geräte an - das lag aber nicht nur am Interesse des "alten Handwerksmeisters" sondern ergab sich fast zwangsläufig, wenn die Kunden nach dem Erwerb neuer Maschinen ihre alten nicht mehr brauchten. Heute heißt das Rücknahmegarantie oder Abwrackprämie - früher hat das einfach so funktioniert.

Über all der Arbeit stand stets das Lebensmotto von L. Kaufmann:
"Meinen Beruf, habe ich immer als lebenslanges Hobby betrachtet."

Irgendwann kamen zum Hobby dann noch Sammelleidenschaft und die "Freizeit" als Rentner dazu und es entstand eine beachtliche Sammlung.
Was lag also näher, als über den Aufbau eines Museums nachzudenken. Da der Wohnort inzwischen Naunhof war, wurden hier Räume von der Stadt gemietet und der Aufbau eines "richtigen" Museums begann. Zur Verstärkung des Teams und zur rechtlichen Absicherung wurde 2001 der Verein "Museum für historische Bürotechnik Naunhof e.V." gegründet, der das Museum betreibt.
Hinter den Kulissen war es es aber nach wie vor L. Kaufmann, der ständig aktiv war und neben Reparatur- und Wartungstätigkeiten auch ungeliebte Büro- und Organisationsarbeit übernahm.
Entschädigung dafür waren die Führungen für Besucher und aktive Diskussionen mit Interessenten. Bei denen wurde nicht nur einmal aus einem "kurzen Museumsbesuch" ein kurzweiliger, angeregter und viel zu schnell vergehender Nachmittag, den sie mit viel neuem Wissen, interessanten Einsichten und oft auch einem Aha-Erlebnis abschlossen. Letzteres trat vor allem dann auf, wenn unter all den Exponaten Erinnerungsstücke aus längst vergangenen Schul- und Arbeitstagen auftauchten und jeder überlegte "Wie war das doch gleich? ... Wie war die Bedienung und was haben wir damit nur gemacht?".

All das konnte aber Lutz K. erklären, er bediente
wie selbstverständlich alle Maschinen, kannte jeden Hebel und jede Funktion und wusste sogar,
wie es im Innersten funktioniert. Dieses
Fachwissen hatte ihn zu einem anerkannten
Experten gemacht und das nicht nur in der
Region. Sammler aus Deutschland und der
ganzen Welt vertrauten auf seinen Rat und seine Expertise.

Ständig standen in der museumseigenen Werkstatt neue (oder eigentlich mehr alte) Maschinen und
es gelang dem Techniker Kaufmann fast immer,
diese Maschinen zu reparieren oder wunderschön
zu restaurieren.
Viele Sammler bastelten schon jahrelang oder
suchten eine kompetente Werkstatt ...
bis Sie endlich die Adresse bzw. den Kontakt zum Büromaschinen-Museum in Naunhof bekamen.

Leider hat dieses Sammler- und Technikerherz aufgehört zu schlagen und der Gründer und die gute Seele des Museums Lutz Kaufmann starb im August 2011.

Unterstützung bei all der Arbeit kommt aber inzwischen von Vereinsmitgliedern und Freunden, der "Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig" (HTWK), die mehrere Studienarbeiten betreute und an einem neuen Museums-Konzept arbeitete, der Stadt Naunhof mit ihrem Bürgermeister Herrn Herrmann und eigenen Vereins-Mitarbeiter(n), die Katalogisierungs- und Büroarbeiten als geförderte Arbeitsmaßnahme durchführen.

An dieser Stelle darf in der Aufzählung der Unterstützer des Museums natürlich nicht die Frau an der Seite von Lutz fehlen: Ohne Doris, ihre Akzeptanz und Toleranz. sowie deren tatkräftige Hilfe sowohl im Vorder- als auch im Hintergrund wäre vieles nicht möglich gewesen!

Nicht genannt werden können (und wollen) die zahlreichen Sponsoren, die die Arbeit und den Erhalt des Museums mit Geld- und Sachspenden unterstützen. Aber auch praktische und persönliche Arbeit und Engagement sind jederzeit möglich und willkommen!

Zur Zeit wird die aktuelle Ausstellung weiterentwickelt, neue Exponate überarbeitet und integriert und vor allem die Computerabteilung systematisch umgebaut.
Eine Wanderausstellung mit mehreren Vitrinen und Vorträgen ist in Vorbereitung und insgesamt werden unterschiedliche (Marketing-)Maßnahmen zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades und dem Wecken des Besucherinteresses ergriffen.
Mittel- und langfristig geht es um die Erarbeitung eines neuen Museums-Konzeptes und die Erweiterung der Ausstellungsräume.



Sollte auch Ihr Interesse geweckt worden sein, würden wir uns über einen Besuch jederzeit von Ihnen bei uns im Museum freuen. Die notwendigen Informationen dazu entnehmen Sie bitte den entsprechenden Menüpunkten.